Bye bye Blog

Dieser Post ist mir erstaunlich schwer gefallen. Für mich persönlich erstaunlich, weil ich schon Monate nicht mehr wirklich zum Bloggen gekommen bin, wenn man von den angefangenen und nie fertiggeschriebenen Fragmenten in der Draft-Box absieht. Aber es war schön zu wissen, dass der Blog da war. Schön, und gleichzeitig auch stressig. Wie alles, was zu lange unerledigt auf der ToDo-Liste herumkugelt.

Als ich meine Autorenseite erstellt habe, war völlig klar: Nur mit Blog. Eine Webseite mit Blog wirkt einfach lebendiger und außerdem schwafel ich gerne über meinen Autorinnenalltag und Themen aller Art. Ich blogge nämlich gerne und ich tue es vor allem schon sehr lange, mit den verschiedensten Blogs auf unterschiedlichen Plattformen. Bloggen war in den letzten Jahren einfach eine Konstante in meinem Internetleben.

Aber irgendwann hatte ich dann genau das, was ich nicht wollte: Einen Blog über das Schreiben. Denn seien wir uns ehrlich – das interessiert hauptsächlich andere AutorInnen und der Blog war eigentlich für meine LeserInnen gedacht. Also habe ich die “Logbuch-Kategorie” eingeführt, um wieder persönlicher zu werden, wegzukommen von verlockenden Posts zum Thema Prokrastination, Produktivität oder dem Schreiben von Sexszenen.

Denn dafür gibt es tausend andere Blogs, unzählige Ratgeber und gefühlte 40.000 Experten. Dafür braucht es meinen Blog nicht. Und mittlerweile ist auch alles ein bisschen anders: Ich habe einen Newsletter, in dem ich von meinem Alltag als Autorin erzähle, ich bin auf Facebook, wo ich ebenfalls aus dem Nähkästchen plauder und Schreibthemen in entsprechenden Gruppen diskutiere. Ich tweete und instagramme und bin jetzt auch auf Pinterest – zig Kanäle, die mir unglaublich viel Spaß machen, aber auch Arbeit bedeuten. Und vor allem: Auf denen ich bereits erzähle, was ich früher gebloggt habe.

Wann immer ich mich in den letzten Wochen an einen Blogbeitrag gesetzt habe, kam ich über einen Absatz nicht hinaus. “Das hast du schon getwittert. Das stand im Newsletter. Das habe ich doch auf FB thematisiert.” Und dann wurde der Laptop wieder zugeklappt.

Natürlich funktioniert ein Blog anders. Man kann längere Texte schreiben, mehr in die Tiefe gehen und auch Themen ansprechen, die in der Schnelllebigkeit der SocialMedia- Kanäle untergehen. Und deswegen habe ich immer wieder gezögert, diesen Blog abzuschaffen.

Doch in den letzten Wochen ging es hoch her. Die Überarbeitung von Unstern 2 hat mich fast umgebracht, ich habe mich bemüht auf Facebook präsenter zu sein, der dritte Teil wollte geplottet werden, ich habe unglaublich viel für andere testgelesen und bin dem tollen Nornennetz beigetreten – in dem ich mich endlich aktiver einbringen möchte – dazu kam persönlicher und beruflicher Kram und in regelmäßigen Abständen piepste dann Wunderlist auf mit: Blogpost schreiben! und ich musste mir ein paar harte Frage stellen:

  • Was mache ich auf dem Blog, was ich nicht schon mit dem Newsletter, Facebook und Twitter abdecke? Antwort: Nichts, außer längere Beiträge zum Schreiben.
  • Will ich einen Schreibratgeber-Blog? Antwort: Nein. Außerdem: Was zum Teufel qualifiziert mich dazu?
  • Kostet mich der Blog – trotz unregelmäßiger Posterei – Zeit und Kraft, die ich sinnvoller investieren könnte? Antwort: Ja.

Das Fazit war bitter, aber klar: Ein Aus für den Blog.

Ich muss gestehen, dass  mich diese Entscheidung hauptsächlich mit Wehmut zurücklässt. Der Blog wird mir fehlen und da ich eine alte Bloggerin bin, kann ich nicht sagen, dass er nicht irgendwann wieder wachgeküsst werden wird. Aber bevor er vernachlässigt Internetstaub ansetzt, mache ich lieber einen klaren Schnitt.

Bye bye Blog. Es war schön mit dir.

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4 thoughts on “Bye bye Blog

  1. Mo says:

    Ich kann das so gut nachvollziehen!! Ich schiebe mein Blog auch ständig vor mir her und will doch die Zeit die bleibt lieber mit dem Roman verbringen
    Aber noch bin ich nicht so weit wie du. Außerdem bin ich auch nur auf Twitter aktiv, hab also deutlich weniger ausreden..
    Also du hast mein vollstes Verständnis! Und es schafft dir sicher auch ein bisschen Luft zum freien durchatmen. Weniger Druck=mehr Zeit für Kreativität!
    ^.^

    • KatrinIls says:

      Danke dir!
      Ich glaube nicht, dass du “Ausreden” dafür brauchst, lieber Zeit mit deinem Roman verbringen zu wollen. Immerhin hat der ja die höchste Priorität!

  2. Ulrike says:

    Ach, schade, sag ich mal ganz selbstsüchtig, denn ich habe deine Posts gerne gelesen. Ein Blog ist ja einfach auch nachhaltiger als Twitter und Co., wo der Post von vorgestern schon der Vergessenheit anheim fällt.

    Aber wenn du das Gefühl hast, es ist mehr Pflicht als Freude, dann nimm dir ruhig eine Auszeit davon. Dein Fokus ist derzeit auf dem nächsten Buch und das ist richtig so. Dein Blog läuft dir nicht davon und wird geduldig darauf warten, dass du hier die Veröffentlichung ankündigst. 🙂

    • KatrinIls says:

      Danke für dein liebes Kommentar 🙂 Ich glaube auch, dass zumindest eine längere Pause mir und dem Blog ganz gut tun wird – wobei es mich eh schon wieder in den Fingern juckt. Wie das halt so ist, wenn man etwas bewusst zur Seite legt…

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