Was zum &%$Q ist patreon?

Seit  meine patreon Seite online ist, haben sich in meiner Inbox neben Glückwünschen (Danke!) und Pledges* (Yay!) auch viele Fragen wie die des Post-Titels gefunden. Nur viel höflicher.  Also dachte ich mir, ich beantworte alle Fragen ausführlicher in einem Blogpost.  Los geht’s!

*pledges = Ein “Abo”, sprich eine Unterstützungszusage.

Was ist dieses patreon?

Patreon ist eine Plattform, auf der sich Creators vorstellen und eine Art monatliche Abos  in verschiedenen Stufen  – Start: 1 USD – anbieten. Interessierte zahlen entweder einmal im Monat den Betrag, den sie sich ausgesucht haben und bekommen dafür Zugriff auf die Extras, die sich der Creator für dieses Abo-Level ausgedacht hat. Oder sie zahlen pro Beitrag, der sie interessiert. Das kann man sich allerdings nicht aussuchen: Welche Optionen möglich sind, wird vom jeweiligen Creator festgelegt. Wenn man den Creator nicht mehr abonnieren möchte oder kann, kann man seine Unterstützung einfach beenden.

Warum ich das englische Wort “Creator” verwende? Weil ich nicht weiß, wie ich das auf Deutsch ordentlich ausdrücken soll (und das als Autorin!), den Künstler greift zu kurz. Man findet dort DesignerInnen, AutorInnen, You-Tuber, Fotomodels und und und… Schaut euch einfach einmal dort um.

Verboten ist alles was unter hate speech fällt, rassistische, homophobe, sexistische Inhalte werden nicht geduldet und man kann mit patreon auch kein Drogenlabor finanzieren.

Also so eine Art Crowdfunding-Kickstarter?

Ja, das trifft es gut. Der Unterschied ist, dass bei Kickstarter etc. die finanziellen Mittel für ein bestimmtes Ziel gesammelt werden, etwa für einen Independentfilm. Kommt das Geld nicht zusammen, fällt das Projekt ins Wasser und die Leute bekommen ihr Geld zurück. Hier ist es ein fixer monatlicher Betrag, der nicht an ein Ziel geknüpft ist.

Von den Beträgen streicht patreon 5% ein und paypal behebt je nach Betrag gewisse Gebühren, der Großteil der Summe landet aber tatsächlich bei der Autorin/Designerin/Filmemacherin. Yay!

Wer mitmachen möchte – ob als Creator oder Unterstützer (patron) – braucht nur einen patreon account und paypal/eine Kreditkarte.

Wie hast du patreon gefunden?

Ich persönlich habe patreon vor ca. 2 Jahren über Designer gefunden, denen ich auf anderen SocialMedia-Kanälen gefolgt bin. Dass diese Plattform für mich als Autorin vielleicht auch interessant sein könnte, der Gedanke ist mir damals noch nicht gekommen.

Das System fand ich aber von Anfang an toll, ich bin auch jemand, der online -“Kaffeegeldkassen” liebt. Es ist eine nette und einfache Art, Leuten zurückzugeben, die z.B. auf pixabay ihre Fotos gratis zur Verwendung anbieten oder sich bei Bloggern für spannende Artikel zu bedanken.

Ich bin auch AutorIn! Soll ich auch eine patreon-Seite machen?

Klar, warum nicht? Solange du patreon nicht als einen schnellen Weg zum Reichtum siehst und dir bewusst ist, dass das viel Arbeit ist: Nur zu. Die Inhalte, die du auf patreon teilen willst, die “Abolevel” (Tiers) die du anbietest, wann und wie viel du postest – das will alles gut durchdacht sein.

Manche Autoren bieten jeden Tag ein Gedicht an, andere posten ihre neuen Bücher kapitelweise, während sie schreiben. Das ist beides nichts für mich, weil ich keine Gedichte schreibe und meine Bücher nicht in der “richtigen” Reihenfolge schreibe. Also überlege dir, was du anbieten kannst, was zu deinem Arbeitsprozess passt und was du durchhalten kannst, auch über Jahre.

Klein anfangen und lieber später steigern, ist zumindest mein Motto.

Hm, ich überlege dort Leute zu unterstützen, aber ich noch unsicher. Soll ich wirklich?

Die Frage kannst du dir nur selber beantworten.

Ein paar allgemeine Informationen: Man kann anonym dort auftreten, denn alles, was von anderen gesehen wird, ist der Benutzername, die Email-Adresse und das Level, für das man sich entschieden hat (also 1 USD, 5 USD, 100 USd etc.). Man kann die Unterstützung jederzeit beenden.

Aber machen wir eine kurze Plus-Minus Liste.

Gründe dagegen

  • Du kannst es dir finanziell nicht leisten. Es gibt Zeiten, da ist auch 1 USD im Monat einfach nicht drinnen. Ich kenne das, es sind nicht die lustigsten Monate/Jahre. Lass dich von niemandem dazu drängen oder dir ein schlechtes Gewissen einreden. Auch nicht von dir selber!
  • Du willst eigentlich nicht, aber du kennst den/die AutorIn persönlich und hast das Gefühl, du solltest. Ähm, nein. Höflichkeitsunterstützung ist keine gute Idee. Irgendwann bist du nämlich genervt, wenn du die Person nur siehst. Der/die AutorIn muss nervlich aushalten, dass du ihn/sie eben nicht finanziell unterstützen willst. Wenn die Person denkt, ein Anrecht darauf zu haben, weil ihr euch kennt, dann – ähm-  bist du sicher, dass du sie weiter kennen willst?

Gründe dafür

  • Du bekommst coole und exklusive Einblicke in die Arbeit von einem Künstler, dessen Arbeit du magst und lernst den Menschen dahinter näher kennen.
  • Du machst dem Künstler damit ein ganz besonderes Geschenk: Zu sehen, dass Menschen die eigene Arbeit oder auch den Künstler so schätzen, dass sie bereit sind, ihn finanziell zu unterstützen – das ist ein Riesenkompliment, über das sich der- oder diejenige wie wahnsinnig freuen wird. Auch wenn es “nur” 1 USD ist – die Geste reicht weit.

Wenn du unsicher bist, weil du die Person kennst, sie unterstützen willst, aber nicht weiß, ob die Designerin das nicht eigenartig findet: Einfach fragen 🙂 Entweder er/sie ist total gerührt und nimmt dankend an, oder er/sie ist total gerührt und lehnt dankend ab.

Unterstützt du eigentlich auch Leute auf patreon?

Ja. Ich habe auch ein privates Profil auf patreon, mit dem ich meine Lieblingsdesigner stalke. Allerdings bin ich am Überlegen, alles über meine Autorenseite zu regeln, denn die Frage kommt so oft, dass ihr offensichtlich meine Leute mitstalken wollt. 😉

Bei wem ihr aber auf jeden Fall vorbei schauen solltet, ist die bezaubernde Kia Kahawa <3

Das war die Fragensammlung, die die letzten Tage in meiner Inbox gelandet ist. Wenn ihr noch weitere Fragen oder auch Anmerkungen habt: Ich freue mich auf eure Kommentare <3

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