Schreibretreats

Frauen-Schreibretreats, Yoga-Schreibretreats, Schreiben in Italien, Griechenland und Island – Schreibretreats erfreuen sich mal mehr, mal weniger Aufmerksamkeit, aber das Angebot ist riesig.

Der Gedanke dahinter ist klar: Zuhause kommt man nicht zum Schreiben, irgendwer will immer irgendwas, also wieso also nicht einmal einen Schreiburlaub machen und sich ganz dem eigenen Schaffen widmen?

Ich hab einen Mini-Schreibretreat besucht. Ganz ohne Workshops und vorgefertigtem Arbeitsmaterial, einfach eine befreundete Autorin, die mich eingeladen hat mit ihr und drei anderen Autorinnen zum Schreiben nach Bad Ischl zu fahren.

Ich habe nur zu gerne zugesagt, nicht zuletzt, weil das Schreiben an der Rohfassung meines aktuellen Projektes sich wie Kaugummi zieht und ich mir von der kleinen Reise neuen Schwung erhofft habe. (Dass die Konditorei Zauner meine erste Assoziation mit Ischl war, will ich gar nicht verschweigen – die Kuchen sind einfach göttlich!)

Außerdem war ich auch einfach neugierig und habe mich darauf gefreut, ein paar Tage mit anderen Autorinnen durch Ischl zu streifen. Und es war wirklich schön. Wir hatten echtes Kaiserwetter und neben regem Austausch und netten Gesprächen habe ich wirklich viel weiterbekommen.

Ich denke, solche Schreibretreats haben den gleichen Effekt, wie wenn ich mich ins Kaffeehaus setze. Der Gedanke “Jetzt bist du da hergefahren um zu schreiben, also schreib gefälligst auch!” ist der Tritt in den Hintern, den ich manchmal einfach brauche. Dass alle anderen um einen fleißig arbeiten, motiviert noch zusätzlich und es ist schön, sich direktes Feedback für Ideen/Probleme holen zu können.

Schreibretreat
Schreiben
Fantasy

Ich weiß nicht, ob ich jemandem einen “professionellen” Schreibretreat empfehlen kann. Nachdem ich mir die Angebote etwas angeschaut habe, scheint mir da wirklich sehr viel teurer Unsinn dabei zu sein. (Deswegen findet ihr hier auch keine Links.) Das ist natürlich nur meine Meinung, und wie gesagt, es gibt so viele Angebote, wer etwas Bestimmtes möchte wird sicher fündig werden.

Was ich aber auf jeden Fall empfehlen kann: Ein paar FreundInnen einpacken und für ein paar Tage einen Schreiburlaub machen. Wenn es in dem Ort eine gute Konditorei gibt, ist das natürlich ein Vorteil. 😉

Ich würde allerdings mit einem festen Ziel fahren: Ein Kapitel, das fertig geschrieben gehört, eine Überarbeitung, die bis zu einem gewissen Punkt gebracht werden soll – etwas, woran ihr den Erfolg der Reise messen könnt und was euch am Laptop hält, wenn draußen gerade die Sonne lacht.

Habt ihr schon einmal einen Schreiburlaub gemacht?