Landkarten in Fantasy

Wo samma eigentlich?

Wo sind wir eigentlich?

Ich gebe es offen zu: Ich besitze keinerlei Orientierungssinn im herkömmlichen Sinn.

Wenn man will, dass ich nie hinfinde, sagt man mir Sachen wie: Geh nach Norden! Geh Richtung Bezirk XY!

Ich orientiere mich lieber an handfesten Sachen wie “Nach dem gelben Haus links” oder “Gegenüber vom Billa, der neben dem komischen Greisler ist”.

Karten lass ich bevorzugt im Hotel liegen.

Ich verlaufe mich immer und überall: Bangkok, Hanoi, Barcelona, Salzburg, der 1.Bezirk in Wien: Nichts ist vor meinen Erkundungsreisen sicher.

So lerne ich viele interessante Ecken kennen, zu denen ich allerdings nie wieder zurückfinde. Vor allem nicht mit einem Stadtplan.

Die Landkarten in Büchern waren für mich immer hübsche Verzierung, die ich nach einem kurzen “Oh, schön”, ebenso ignoriert habe wie ihre “echten” Verwandten.

Kartenskizze von Frau B. zu Opfermond. Nein, die kommt so nicht ins Buch.

Kartenskizze von Frau B. zu Opfermond. Nein, die kommt so nicht ins Buch.

Als ich meine großartige Lektorin Frau B. zur  Manuskriptbesprechung traf, eröffnete sie das Gespräch folgendermaßen:

“Ich hab eine Karte gezeichnet”, sagte sie und zückte ein Blatt.
“Warum?” war meine geistreiche Gegenantwort.
“Hast du denn keine Karte im Buch geplant?” Frau B. Klang ein wenig verwirrt.
“Öhm, nein?”

In dem Schweigen, das folgte, überlegte sich Frau B. vermutlich, warum genau sie mit mir arbeitet.
“Weißt du denn, wo deine Charaktere sind?”, kam dann die strenge Frage.
“Ja schon”, gab ich zurück , “Aber brauch ich wirklich eine Karte? Ich mein’, interessiert das wirklich irgendwen?”

Eine kurze Umfrage im Freundeskreis später stellte sich heraus, was Frau B. mir prophezeit hatte: Nämlich, dass die Karten in den ganzen Fantasybüchern nicht zur Verzierung dort sind, sondern weil die Leser das wünschen. (Man soll eben nicht von sich auf andere schließen.)

 Und so bastel ich zur Zeit also daran, aus meinen hingefetzten Skizzen für die Allgemeinheit lesbare Karten zu machen.

Wie ist es bei euch? Findet ihr solche Karten wichtig/spannend/interessant oder ignoriert ihr sie, wie ich die Ausspracheregeln von Fantasysprachen, die man manchmal als Anhang findet?

Ich glaub, wir müssen links.

      Ich glaub, wir müssen links.


Hier sind noch ein paar Links zu How-Tos und diversen Kartenzeichen-Programmen:

Tipps und How To

Mapmaking for Fantasy Authors

Fantasy-Maps in Photoshop

Creating a map for your fantasy novel

YouTube-Tutorial (Englisch und für Leute, die Photoshop oder ähnliches haben.)

Programme/Software

AutoREALM (Gewöhnungsbedürftig für mich, aber man kann viel damit machen. Download.)

MapCreator (Für Länder/Kontinente. Online.)

Donjon (Für Länder/Kontinente – zumindest hab ich bis jetzt nichts anderes zusammengebracht. Online.)

Campaign Cartographer 3 von ProFantasy (kostenpflichtig! Je nach dem, was man möchte, kann’s ziemlich teuer werden.)

Sehr interessant wäre, wie es mit dem Copyright der Karten aussieht – auf jeden Fall lieber zwei Mal nachschauen bez. kommerzieller Verwendung!

Habt ihr noch gute Tipps/Programme?

Karriere als Drachenreiter

Den Weg zu meinem Brotjob lege ich mit einer Straßenbahnlinie zurück, die eine Freundin von mir als Mordor-Express bezeichnet.

Die Straßenbahn ist immer voll. Immer. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit, man holpert eingezwängt die Schienen entlang. Platz um sich anzuhalten hat man meistens nicht, aber das ist nicht so schlimm, weil genug Bewegungsspielraum zum Umfallen hat man auch nicht.

Die Regeln des Mordor-Expresses sind:

1. Es steigen doppelt so viel Leute ein wie aus. (Oder wie eigentlich in die Bim gehen.)
2. Irgendwo schreit immer mindestens ein Baby.
3. Auf drei von fünf Fahrten geraten zumindest zwei der Orks Mitfahrer aneinander.

Auf geht's! Bild von Wikimedia Commons

                       Auf geht’s!
       Bild von Wikimedia Commons

Nach drei Stationen sind die meisten Mitfahrenden reif für’s Wochenende und überlegen, in ein Auto zu investieren. Oder auf HomeOffice umzusatteln.

“Wär einfacher, wenn man auf Adlern in die Arbeit reiten könnte”, hat meine Freundin gebrummt. (Ja, sie mag Herr der Ringe 😉 )

Ich habe Höhenangst, für mich wär das also vermutlich schlimmer als der Mordor-Express, aber worüber ich sofort nachgrübeln musste: Zu welchem Job reitet man auf einem Riesenadler? Ich mein’, wenn man nicht grad einen Ring in einem Vulkan versenken muss.

Wenn ihr in einer Fantasy-Welt leben würdet, welchen Karriereweg würdet ihr denn einschlagen?

Das, was einer Autorin am nächsten kommt, wäre vermutlich Bardin, aber ich kann nicht singen und würde wie Troubadix von Asterix enden. Magierin wär cool, aber ich bin nicht die Geschickteste und würde mit meinen Feuerbällen (Natürlich Feuerbälle! Wenn ich schon Magierin bin, dann mit Feuerbällen!) wohl eher mich als den Bösewicht anzünden.

Ich glaube, ich wäre Wirtin in einer Schenke im schlechten aufregenden Teil der Stadt.

 

Nur hereinspaziert!

             Nur hereinspaziert!

Undefinierbares Essen austeilen und mir die Geschichten anhören, die die ganzen Abenteurer erzählen – klingt doch ganz gut. Die Barden halten einen am Laufenden, ohne dass man dem neunköpfigen Drachen oder dem finsteren Hexer der Nordwinde persönlich gegenüberstehen muss.

Ich würde mit den anderen über die Gäste spekulieren (Glaubst du, zwischen dem Magier und der Elfe läuft was? – Ich dachte, die hat was mit dem Dieb?) und Wetten über den Ausgang der Questen abschließen: Eine Kupfermünze darauf, dass er mindestens ein Aug verliert! – Nur ein Aug? Zwei Münzen darauf, dass er einen Arm verliert. – Drei darauf, dass es sein Schwertarm ist!

Außerdem kann man sich mit den Abenteurern spielen, die einen für den Quell aller Informationen halten:

Abenteurer: Wir haben gehört, es gibt Ärger in der Stadt?
Ich: Wirklich? War eigentlich alles ganz ruhig. Bis auf das ungeklärte Verschwinden von Leuten natürlich.
Abenteurer: Ungeklärtes Verschwinden?! Seit wann? Wo?
Ich: Na von hier, seit diese neue Schenke aufgemacht hat. Ich bin mir sicher, die verfolgen finstere Absichten!

Abenteurer: Wir haben gehört, dass die Magierin Tilda bei euch zu Gast war.
Ich: Ja ja, die war eine Woche hier. Ihr habt sie knapp verpasst.
Abenteurer: Hatte sie eine Nachricht für uns?
Ich: Greifenschnabel.
Abenteurer: Bitte?
Ich: Greifenschnabel.
Abenteurer: Greifenschnabel? Das war die Nachricht?
Ich: Nein, das ist unser Tagesangebot. Also? Ein Teller? Zwei?

Was wäre eure Karriere? HeldIn? DrachenreiterIn? MagierIn? BardIn?

Mjam!

                        Mjam!